Von Johannes Vielhaber
Bei der Mitgliederversammlung 2007 des TuS Oeventrop am 16.März im evangelischen Gemeindezentrum übergab Karl Schürmann (Jahrg. 1923), der für 70 Jahre Mitgliedschaft im TuS geehrt wurde, dem 1. Vorsitzenden Udo Kraft eine Zusammenstellung über die Fußballspiele der 1. Mannschaft aus den ersten Jahren nach dem 2. Weltkrieg.
Diese Sammlung enthält die Ergebnisse aller Spiele bis 1947, dann für die Jahre 1947 – 1949 alle Spiele mit Mannschaftsaufstellung, Torschützen und Schiedsrichter.
Nach einem Entscheidungsspiel gegen den TuS Sundern (4:2) im Arnsberger Eichholz stieg der TuS Oeventrop 1949 in die Bezirksklasse auf. Das Spieljahr 1949/50 hat Karl Schürmann dann durch Ausschnitte aus hiesigen Zeitungen pressemäßig dokumentiert. In dieser Dokumentation befinden sich auch etliche Karikaturen über den jeweiligen Spieltag, unter denen der TuS Oeventrop häufiger vorkommt. Denn die Karikaturen hat Hermann Springborn gezeichnet.
Doch wer ist Hermann Springborn? Die jüngere Generation kennt ihren ehemaligen Oeventroper Mitbürger kaum noch. Mit erst 58 Jahren verstarb er 1964 in Oeventrop. Er war Maler und kam während des Krieges todkrank in das als Tbc-Lazarett dienende Kloster auf der Egge.
Springborn, in Freiburg geboren, hatte das Anstreicherhandwerk erlernt. Dann schuf er Plakate, Bühnenbilder und Festdekorationen. Sportlich betätigte er sich als Radrennfahrer und bekam wegen seines zeichnerischen Talents Kontakt zur Presse, wo er sich in kurzer Zeit einen Namen als Sport-Karikaturist machte.
Während seiner Krankheit und gewisser Genesung malte er besonders die Landschaften in und um Oeventrop. Er wird gefördert, kann eine Schule besuchen, an Ausstellungen noch im und sofort nach dem Krieg teilnehmen. Seine Bilder hängen auch in manchen Häusern Oeventrops.
Seine Ateliers hatte er im Fachwerkhaus Bauerdick in Wildshausen, später dann auf der stillliegenden Kegelbahn des Gasthofes Stemann.
Man kann ihm auch nach dem Krieg den Vorwurf des leichtfertigen, schnellen Malens zum Geldverdienen machen, Tatsache ist jedoch, dass er in diesen Jahren so etwas wie ein künstlerisches Markenzeichen für Oeventrop wurde, da man ihn überall mit seinen Malutensilien in der Natur antraf.
Aus dieser unmittelbaren Nachkriegszeit nun stammen auch die Sport-Karikaturen aus der Lokalpresse, gezeichnet zum Lebensunterhalt natürlich. Sie enthalten so viel Witz, Schalk, Humor und sportliche Kenntnisse und Detailtreue, dass man sie der Öffentlichkeit zeigen sollte, zumal derartige Bilder heute gar nicht mehr in den Zeitungen veröffentlicht werden.
An dieser Stelle kann Leben und Bedeutung Springborns nicht weiter vertieft werden. Darüber ist ausführlich zu lesen im Buch von Carl Kessemeier, Die Ruhrdörfer, 1982, aus dem auch vorstehende Angaben stammen. |






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