Begrüßungsansprache zur Einweihung der neuen Sportanlage des TuS 1896 e.V.
Oeventrop durch den 1. Vorsitzenden Udo Kraft
Liebe werte Mitglieder,
Freunde und Gönner des TuS Oeventrop!
Der Tag ist gekommen, auf den sich die große Familie des TuS
Oeventrop lange gefreut hat. Wir können heute die neue Sportanlage
unseres Vereins seiner Bestimmung übergeben.
Ich freue mich über ihr zahlreiches Erscheinen; zeigt es uns doch, wie
verwurzelt der Turn-und Sportverein in unserer Heimatgemeinde ist.
Ganz besonderes begrüßen darf ich am heutigen Tage den ersten
Bürger unserer Heimatstadt Arnsberg,
Herrn Bürgermeister Hans-Josef Vogel.
Ebenfalls ganz herzlich darf ich die Landtagsabgeordneten mit
Heimatadresse in der Stadt Arnsberg, die
Herren Klaus Kaiser und Gerd Stüttgen
begrüßen.
Ich freue mich besonders, dass ich die Vertreter unseres Ortes im Rat
der Stadt Arnsberg und des Bezirksausschusses Oeventrop hier
begrüßen kann. Sie haben mit viel Herzblut unsere berechtigten
Belange leidenschaftlich unterstützt.
Es freut mich sehr, dass der Ehrenvorsitzende des TuS Oeventrop,
Herr Johannes Vielhaber, der uns auch tatkräftig bei der Umsetzung
der Maßnahme zur Seite gestanden hat, anwesend ist.
Die Vertreter des Fußball-und Leichtathletikverbandes des Kreises
Arnsberg begrüße ich ebenfalls ganz herzlich.
Ganz herzlich begrüße ich alle Vertreter der Vereine unseres Ortes
und der befreundeten Vereine außerhalb unserer Gemeinde.
Sie alle, die heute hier erschienen sind, begrüße ich mit gleicher
Herzlichkeit zu unserer Eröffnungsfeier des neuen
Kunstrasensportplatzes mit umlaufender Kunststofflaufbahn. Ich freue
mich darauf, mit Ihnen allen diesen Anlass gebührend zu feiern.
Wenn heute diese schöne Fußball-und Leichtathletikanlage ihrer
Bestimmung übergeben wird, sollte man einen kurzen Augenblick
daran zurückdenken, unter welchen zum Teil schlechten
Platzverhältnissen im Vergleich zu der jetzigen Anlage in den letzten
100 Jahren die Sportler des TuS Oeventrop ihren Fußball-und
Leichtathletiksport ausüben mussten. Ich darf kurz einige Eckdaten
unserer Vereinsgeschichte ansprechen.
Schon vor dem 1. Weltkrieg -also vor 100 Jahren -gab es einen
Turnplatz des TV Germania Oeventrop im Bereich der jetzigen
Tennisplätze. Hier fand sogar 1920 das Gauturnfest statt.
Vor dem 1. Weltkrieg wurde ein Glösinger Fußballclub gegründet,
während des 1. Weltkrieges „Adler Dinschede“. Diese haben auf dem
Kar, etwa dem heutigen Segelflugplatz gespielt. Aus diesen beiden
Vereinen ging 1920 der VfR (Verein für Rasensport) hervor. Man
kommt auf insgesamt 11 „Wiesen“, auf denen dann Fußball gespielt
wurde. Um nur einige zu nennen: Im Sträßchen, heute im Gelände
von Franz Bauerdick, Im Wiesengrund etwa im Bereich Baustoff
Wrede. Die Oeventroper Deutsche Jugendkraft (DJK) spielte 1928
Feldhandball und Fußball ebenfalls auf dem Kar, dann 1930 auf
eigenem Sportplatz „Auf der Egge“, heute kath. Pfarrheim und
Kindergarten St. Mairen, 1934 im Neyl auf der Insel. Pfingsten 1934
wurde die Anlage von Oeventroper Nationalsozialisten gewaltsam
geschlossen.
Der VfR fand in der 1. Hälfte der 20er-Jahre eine Wiese im Bereich
der ehemaligen Oeventroper Stuhlfabrik (Weber Stühle) am Bahnhof,
später etwas weiter im Grünneken zwischen Bahn und Kirchstraße. Es
wurde auch auf dem Gelände der heutigen Grundschule Dinschede
gespielt. Erst nach der Zwangsvereinigung von VfR und TV
Germania Oeventrop 1937 durch die Nazis konzentrierte sich der
Spielbetrieb in den Bereich des heutigen alten Sportplatzes, der
Ruhrtalkampfbahn, der aber auch noch mehrfach verschoben wurde,
1959 eine 365-m-Rundbahn und eine Trainingsbeleuchtung erhielt.
Alle diese Plätze wurden in Vereinsregie ohne Unterstützung der
Gemeinde eingerichtet. Erst dieser Platz „In den Oeren“
(erbaut 1979 -1981( wurde von der Stadt Arnsberg gebaut, damals
zum stolzen Preis von etwas über 1 Million DM.
Auch die Leichtathleten haben ihren Sport an verschiedenen
Standorten ausüben müssen. So wurden leichtathletische Übungen
wie Weitsprung, Hochsprung oder Kugelstoßen bis zum
2. Weltkrieg auf dem Turnplatz an der Schützenhalle ausgetragen.
Zwischen den Weltkriegen gab es die Amtsjugendwettkämpfe oder
auch Reichsjugendwettkämpfe für das Amt Freienohl. In Oeventrop
lief man 100 m Auf dem Bruch, heute Zum Osterfeld, 200 m auf der
Kreisstraße (Glösinger Straße) zwischen Gasthof Dicke und Bäckerei
Hahne. Es wurde sogar von Läufen damals auf der ehemaligen R7
(B7) im Bereich Damberg-Rumbecker Brücke berichtet.
Erst 1959 wurde die alte „Ruhrtalkampfbahn“ auch intensiv
leichtathletisch genutzt auf 365 m rund und mit Sprunggrube.
Das Wandern der Sportplätze hatte endgültig ein Ende 1981 mit der
Eröffnung der Anlage hier in den Oeren.
Wir sind glücklich, mit dieser nun runderneuerten Sportanlage für die
Aktiven eine optimale, eine hervorragende Spiel-und Trainingsstätte
geschaffen zu haben.
Es ist sicherlich allen bekannt, dass die alten Platzverhältnisse schon
lange nicht mehr akzeptabel waren und der Zeitpunkt für eine
Erneuerung schon viele Jahre fällig war. Wie wir alle wissen, fehlten
der Stadt Arnsberg die Mittel, um dieses Projekt anzugehen.
Die Vertreter des TuS Oeventrop wurden allerdings nie müde, die
schwierigen Platzverhältnisse immer wieder den Vertretern der Stadt
Arnsberg ans Herz zu legen.
Nachdem die Stadt Arnsberg ihren finanziellen Beteiligungsrahmen
festschreiben konnte, konnte auch der TuS Oeventrop in einer
außerordentlichen Mitgliederversammlung den Neubau des
Kunstrasenplatzes und der Kunststofflaufbahn beschließen. Mit
diesem Beschluss erklärten sich die Mitglieder und der Vorstand
bereit, die Mehrkosten für diese Anlage über den städtischen
Zuschuss hinaus zu übernehmen. Neben den in vielen Jahren durch
eine sparsame Haushaltsführung des Vereins aufgebauten
Finanzmitteln war der sogenannte „Parzellenverkauf“, also der
symbolische Kauf eines Teiles der Sportplatzfläche, ein wesentlicher
Teil der Finanzierung der nicht gedeckten Kosten. Viele von Ihnen
haben mit ihrem Parzellenkauf und ihrer Spende mitgeholfen, dieses
Vorhaben zu ermöglichen. Dafür bedanke ich mich auch an dieser
Stelle nochmals sehr.
Nur einige ganz wesentliche Eckdaten zu den Kosten und der
Finanzierung dieser Anlage will ich hier ansprechen.
Vorgeplant waren Kosten von rd. 650 000,--€ (wohlverstanden ohne
die Eigenleistung in Form von vielen tausend Arbeitsstunden unserer
Freunde. Exakt sind per heute 3 436,5 Stunden von unseren Freunden
geleistet worden.
Hiervon hat die Stadt Arnsberg -wie bekannt -230 000,--€
beigesteuert.
Die Differenz von rd. 420 000,--€ musste der TuS selbst stemmen.
Eine wahrlich große Summe.
Wir können heute mit Stolz sagen, dass hervorragende
Voraussetzungen im Training und im Wettkampf vorhanden sind, um
sich für die neue Saison in den neuen Spielklassen, sowohl für die 1.
Fußballdamen-wie auch für die 1. Fußballherrenmannschaft zu
etablieren. Bekanntlich sind ja beide Mannschaften aufgestiegen.
Auch an dieser Stelle nochmals einen ganz herzlichen Glückwunsch
zur sportlichen Leistung der vergangenen Saison.
Auch unsere Leichtathleten freuen sich über hervorragende
Leichtathletikanlagen wie die neuen wettkampfgerechten
Kunststoffbahnen und die Sprunganlagen.
Unsere Volleyballgruppen können ab jetzt ihr Spiel-und
Trainingsangebot mit Beachvolleyball auf der neuen Anlage
erweitern.
Wir wollten eine zukunftsorientierte Sportstätte bauen, um für die
heutige sportliche aktive Generation, aber auch für unseren gesamten
Ortsteil einen Sportstättenmittelpunkt schaffen, wo wir allen
sportlichen Ansprüchen gerecht werden können und wo wir uns
wohlfühlen.
Verehrte Anwesende, es ist Ihnen sicherlich klar, dass eine solche
Anlage nicht über Nacht entsteht. Es müssen immer viele
Überlegungen vorausgehen und daraus Taten folgen. Die Umsetzung
der Pläne benötigt Zeit, Umsicht und Engagement. Viele von Ihnen
haben geholfen, die einen durch Spenden, andere zusätzlich noch
durch kräftiges Handanlegen. Wir sehen jetzt, was aus diesen
Aktivitäten entstanden ist. Darauf können wir stolz sein, darauf sind
wir sehr stolz. Allen Helfern, die hier viele viele Stunden ihre
Arbeitskraft zur Verfügung gestellt haben, möchte ich noch einmal
meinen Dank und meine Anerkennung aussprechen.
Ich spreche ganz bewusst nicht die vielen einzelnen Personen
namentlich an, die unermüdlich und mit großer Fachkompetenz dazu
beigetragen haben, dass wir hier und heute mit riesigem Stolz diese
Anlage einweihen können. Ohne den Einsatz vieler Freunde unseres
Vereins wäre die Umsetzung unserer Träume sicherlich nicht möglich
gewesen.
Auch wenn ich hier in dieser Stunde keine Namen der vielen
Sportfreunde nenne; Sie alle sollen wissen, der Verein ist stolz auf
Eure Leistungen.
Mein besonderer Dank geht auch an viele Mitarbeiter der
Stadtverwaltung Arnsberg, die sich bei der Umsetzung dieses
Projektes stark gemacht haben und im Rahmen ihrer Möglichkeiten
unser Anliegen unterstützt haben. Namentlich nennen möchte ich
ausdrücklich
Herrn Siegfried Rump,
der vorbildlich und mit großem Elan an der Verwirklichung unserer
Pläne immer sehr lösungsorientiert mitgearbeitet hat.
Abschließend wünsche ich der Vereinsfamilie des TuS Oeventrop,
dass auf dieser Sportanlage viele schöne sposrtliche Erfolge erzielt
werden und dieser Sportplatz zum Mittelpunkt der sportlichen
Aktivitäten in der Fußball-und Leichtathletikabteilung unseres
Vereins wird.
Im Anschluss an das nun folgende Grußwort unseres Bürgermeisters,
der kirchlichen Einweihung und dem daran anschließenden
Sportprogramm wollen wir alle bei Getränken und Speisen die
Eröffnung gemeinsam feiern. Ich freue mich auf ein „buntes
Programm“ und wünsche uns allen danach eine schöne Feier.
Ich darf und will natürlich nicht vergessen, mich für die musikalische
Begleitung des offiziellen Teiles durch das „Freiwillige
Tambourkorps Oeventrop“ zu bedanken. Ihr Engagement zeigt einmal
wieder mehr, dass die Vereine hier in Oeventrop eine große Familie
sind. |